Neue ukrainisch-sprachige orthodoxe Gemeinde

Nach der Anerkennung der neuen "Orthodoxen Kirche der Ukraine" durch das Ökumenische Patriarchat wurden zwei ukrainische Gemeinde in Wien vereint - Neue Gemeinde untersteht der griechisch-orthodoxen Metropolis von Austria mehr…

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am 17. Jänner Kirchen gedachten ihrer Wurzeln im Judentum

Zum gemeinsamen vertieften Dialog zwischen Christen und Juden hat der serbisch-orthodoxe Bischof Andrej (Cilerdizic) aufgerufen. "Unsere christliche Identität ist unlösbar mit dem jüdischen Volk und seinen Traditionen verbunden", so der Bischoif wörtlich in seiner Predigt am Donnerstagabend beim offiziellen Gottesdienst des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich (ÖRKÖ) zum "Tag des Judentums".
An dem Gottesdienst in der katholischen Kirche Am Tabor in Wien-Leopoldstadt nahmen u.a. der ÖRKÖ-Vorsitzende und reformierte Landessuperintendent Thomas Hennefeld, der altkatholische Bischof Heinz Lederleitner, die methodistische Pastorin Esther Handschin und der katholische Dechant (und Hausherr) Ferenc Simon, teil.
Der Abend des gemeinsamen Gebetes von Juden und Christen weise auf die dringliche Beendigung wechselseitiger institutioneller Abgrenzung hin, so Bischof Andrej in seiner Predigt, "auch wenn an manchen Orten erstarkende Verteidigungen von eigenen institutionalisierten Identitäten und Traditionen vermutlich bestehen bleiben werden".
Der Bischof verwies u.a. auf Abraham, der all seine Sicherheiten und sozialen Bindungen aufgegeben hatte und sich auf das Geheiß Gottes hin auf den Weg machte. Diesen Gehorsam des Abraham nenne die Bibel "Glaube" und deshalb sei Abraham auch "Urbild unseres Glaubens an Gott und an seine Verheißungen". Für Christen und Juden gemeinsam ergebe sich auf ihrem Weg die Verpflichtung, "immer neu den Raum zu öffnen, damit der Geist Gottes unter uns wirken kann".
Die Dynamik der heutigen religiösen Pluralität und der Beziehungen zwischen unterschiedlichen Religionsgemeinschaften gehören zu den entscheidenden Herausforderungen, der sich sowohl Juden als auch Christen des 21. Jahrhunderts stellen müssen, so Bischof Andrej weiter. Viele Menschen fragten sich, ob es immer noch zutreffe, "dass wir in einer derartigen säkularen Welt leben, in der die Religion aus dem öffentlichen Raum verschwunden ist, oder als entscheidender Bezugsrahmen für individuelle und gemeinschaftliche Identität wieder zurück gekehrt ist". Heute suchten wieder mehr Menschen nach Sinn für ihr Leben und nach Zugehörigkeit zu einer Gemeinschaft.
Der orthodoxe Bischof warnte vor einem "Wirrwarr unterschiedlicher Formen von religiösem Fundamentalismus und Traditionalismen", die sich gegen jedes interreligiöse Engagement und auch jede Form von Säkularisierung wenden würden.
Die ökumenische Bewegung habe hingegen den Prozess der Säkularisierung akzeptiert bzw. sich diesen zu eigen gemacht und versuche, den Prozess geschichtlichen Wandels aktiv mitzugestalten. Die ökumenische Bewegung werde so zum Anwalt der Konzeption des säkularen Staates, von Religionsfreiheit, den Grundsätzen der Menschenrechte, Rechtsstaatlichkeit - unter Einschluss der grundlegenden Unterscheidung von Recht und Moral - und der Achtung der Pluralität von Kulturen und Religionen. Der Bischof verwies in diesem Zusammenhang auch auf die Charta Oecumenica. In diesem Dokument aus dem Jahr 2001 haben die Kirchen in Europa ökumenische Grundüberzeugungen darlegt und daraus ökumenische Selbstverpflichtungen der Kirchen in Bezug auf den Umgang miteinander, mit anderen Religionen sowie in sozialer und wirtschaftlicher Hinsicht abgeleitet.
Der Ökumenische Rat der Kirchen in Österreich (ÖRKÖ) hat im Jahr 2000 den 17. Jänner als besonderen Gedenktag ("Tag des Judentums") im Kirchenjahr eingeführt. Dabei sollen sich die Christen in besonderer Weise ihrer Wurzeln im Judentum und ihrer Weggemeinschaft mit dem Judentum bewusst werden. Zugleich soll auch das Unrecht an jüdischen Menschen und ihrem Glauben in der Geschichte thematisiert werden.
Die Initiative zum "Tag des Judentums" geht auf die Zweite Europäische Ökumenische Versammlung 1997 in Graz zurück. Auch in Italien, Polen und den Niederlanden wird der Tag des Judentums begangen. Das Datum dafür wurde bewusst gewählt: So sollen die Kirchen den Geist dieses Tages in die anschließende weltweite "Gebetswoche für die Einheit der Christen" (18. bis 25. Jänner) weiter tragen.
Zur "Weltgebetswoche für die Einheit der Christen" bzw. zum "Tag des Judentums" publiziert "Kathpress" ein Themenpaket, das laufend erweitert wird und unter www.kathpress.at/oekumene abrufbar ist.