Ostern und Pessach

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In den Tagen vom 20. bis zum 27. April feiern Jüdinnen und Juden in diesem Jahr 2019 Pesach. Das Pessachfest erinnert an die Befreiung des jüdischen Volkes aus der ägyptischen Sklaverei und an die Rettung beim Durchzug durch das Rote Meer. Das achttägige Fest beginnt am Sederabend mit einem Synagogengottesdienst und einem Festmahl im Familienkreis. Etwa zur gleichen Zeit gehen orthodoxe und westliche Kirchen in die Hohe Woche: In der Nacht zum 20. April für die westliche Kirche und 27. April für die orthodoxe Kirche, der Pascha-Vigil, beginnt für sie jene Fünfzig-Tage-Zeit, die „wie ein einziger Ostersonntag“ zu feiern ist (Tertullian). Was gibt Juden wie Christen Anlass zu solch lang anhaltender Festesfreude? Und was wird in jener außergewöhnlichen Nacht gefeiert, die so anders ist als alle anderen Nächte? Pesach und Ostern sind „zwei Feste wie zwei Schwestern“ (Clemens Leonhard) – was aber macht ihren Eigencharakter, was die Verwandtschaft aus?

Chag sameach we pesach kasher! Gesegnete Ostern!
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Orthodoxes Osterfest heuer am 28. April

Zu einem gemeinsamen Ostertermin mit Katholiken und Protestanten kommt es erst wieder 2025
In der katholischen und evangelischen Kirche fällt Ostern heuer auf den 21. April. In der orthodoxen Kirche und in den alt- orientalischen Kirchen findet Ostern eine Woche später statt, am 28. April. Der unterschiedliche Ostertermin und damit auch die vorgelagerte Fastenzeit geht auf verschiedene Berechnungsarten zurück. So bestimmen die Ostkirchen den Ostertermin nach dem alten Julianischen Kalender und nach einer anderen Methode als die Westkirchen, die die Gregorianische Kalenderreform des 16. Jahrhunderts vollzogen. Die Ostertermine können deshalb bis zu fünf Wochen auseinander fallen. Zu einem gemeinsamen Ostertermin wird es wieder im Jahre 2025 kommen.
Der Wiener orthodoxe Metropolit Arsenios (Kardamakis) hat sich bereits mehrmals dafür ausgesprochen, die Bemühungen für einen gemeinsamen Ostertermin zu intensivieren, um endlich immer gemeinsam das höchste Fest der Christenheit begehen zu können. "Ostern sollte von allen Christen gemeinsam gefeiert werden", so der Metropolit. Damit würden die Kirchen auch dem Willen Jesu entsprechen, "dass wir alle eins sind". Unabhängig vom Termin würde er sich aber auch mehr gemeinsame ökumenische Gottesdienste oder auch Gebetsfeiern in der Osterzeit wünschen, so der Metropolit.
In Österreich leben zwischen 400.000 und 450.000 orthodoxe Christen. Genaue Zahlen gibt es nicht. Sieben orthodoxe Kirchen haben hier kirchliche Strukturen: Das Patriarchat von Konstantinopel (griechisch-orthodox), das Patriarchat von Antiochien, die russisch-orthodoxe Kirche, die serbisch-orthodoxe Kirche, die rumänisch-orthodoxe Kirche, die bulgarisch-orthodoxe Kirche und die georgisch-orthodoxe Kirche. Manche Kirchen sind mit zahlreichen Gläubigen in ganz Österreich vertreten und beheimatet, andere bestehen nur aus einer kleinen Zahl von Gläubigen mit nur wenigen bis einer Kirchengemeinde. Wiewohl die große Mehrheit der orthodoxen Christen im Großraum Wien lebt, gibt es auch in den Bundesländern inzwischen viele lebendige Gemeinden.
Zu den in Österreich beheimateten altorientalischen Kirchen gehören die koptisch-orthodoxe, syrisch-orthodoxe und armenisch-apostolische Kirche. Auch hier gibt es keine genauen Zahlen. Beobachter gehen von jeweils 5.000 bis 10.000 Gläubigen aus. Auch die indisch-orthodoxe, äthiopisch-orthodoxe, eritreisch-orthodoxe Kirche sowie die assyrische Kirche des Ostens sind mit einigen Gläubigen in Österreich vertreten.

Metropolit Arsenios würdigt Katholische Sozialakademie

Auch evangelischer Bischof Bünker und Kardinal Schönborn betonen Bedeutung der Sozialakademie für die Ökumene und den Einsatz für Menschenwürde
Die Katholische Sozialakademie Österreichs (ksoe) feiert dieser Tage ihr 60-Jahr-Jubiläum. Die heimischen Spitzenvertreter der Kirchen haben die ksoe aus diesem Anlass in Grußworten gewürdigt, wie die ksoe in einer Aussage am Dienstag mitteilte. "Der Einsatz für eine gerechtere und friedlichere Welt ist eine der drängendsten Aufgaben unserer Zeit. Die ksoe leistet einen kostbaren Beitrag, die katholische Soziallehre zu erforschen, zu verbreiten und Menschen zu sozial-ethischem Handeln zu befähigen", schreibt etwa Kardinal Christoph Schönborn. "Wir leben in einer Welt, in der Ungleichheit, Armut und die Zerstörung von Lebensbedingungen zunehmen. Als Christen sind wir dazu berufen, an einer gerechteren Gesellschaftsordnung mitzuarbeiten und uns nach Kräften dafür einzusetzen, dass alle Menschen in Würde leben können", so Schönborn wörtlich. Er danke der ksoe für ihr sozialethisches Engagement, für das umfassende Angebot an Kursen, Fortbildungen und Beratung, für Forschungsprogramme und für so wichtige Initiativen wie die Allianz für den freien Sonntag. Dadurch ermutige sie Menschen, "persönliche Haltungen und Verhaltensweisen zu ändern und die Verhältnisse so mitzugestalten, dass das Zusammenleben aller Menschen in Friede und Gerechtigkeit gelingen kann".
Der evangelische Bischof Michael Bünker würdigt u.a. die Verdienste der Katholischen Sozialakademie um das Ökumenische Sozialwort (aus dem Jahr 2003). In der Bildungsarbeit der ksoe gehe es darum, "Menschen kompetent zu machen für die sozialen und wirtschaftlichen Herausforderungen, vor denen sie stehen. Sie sollen zu Subjekten der eigenen Geschichte werden, sich für ihre eigenen Rechte und für alle Schwachen und an den Rand Gedrängten einsetzen können". Dieser biblisch begründeten Tradition seien die Kirchen verpflichtet. Im Ökumenischen Sozialwort, das es ohne die ksoe nicht geben würde, werde das in ungebrochener Aktualität dokumentiert, so Bünker.
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Erstes orthodoxes Jugendtreffen in griechischer Kirche

Neuer Akzent in orthodoxer Jugendarbeit - Auftakt mit Metropolit Arsenios und 100 Jugendlichen
Die griechisch-orthodoxe Kirche in Wien hat am vergangenen Wochenende einen neuen Akzent in ihrer Jugendarbeit gesetzt. Rund 100 Jugendliche waren zum ersten Jugendtreff der Metropolis in der Wiener Innenstadt mit Metropolit Arsenios und weiteren Geistlichen gekommen, wie die Metropolis mitteilte. Eröffnet wurde das Jugendtreffen mit der Feier der Göttlichen Liturgie in der Kapelle des heiligen Johan- nes Chrysostomus, die von einem deutschsprachigen Chor aus Jugendlichen mit byzantinischer Kirchenmusik begleitet wurde. Die Kapelle in den Kellergewölben unter der Kathedrale zur Heiligen Dreifaltigkeit (Fleischmarkt 13) dient vor allem der deutschsprachigen orthodoxen Gemein- de als Gottesdienststätte. Inzwischen wird in der Kapelle jeden Samstag und Sonntag (jeweils 9 Uhr) die Göttliche Liturgie auf Deutsch gefeiert.
Metropolit Arsenios lud die Jugendlichen im Anschluss an den Gottesdienst zu einem gemeinsamen Frühstück ein und erläuterte ihnen in einem Vortrag den tieferen Sinn der Fastenzeit. Der Metropolit stellte den vor allem in der Orthodoxie sehr verehrten heiligen Ephraim den Syrer (ca. 306-373) in den Mittelpunkt seiner Ausführungen. Ein in der Liturgie der Fastenzeit oft verwendetes Gebet des Heiligen, in dem es um die Ablegung der "Leidenschaften" und die Ersetzung dieser durch "Tugenden" geht, stand im Mittelpunkt seiner Ausführungen. Als Leidenschaften be- nannte der Metropolit u.a. Herrschsucht und Geschwätzigkeit, ins Heute übersetzt etwa auch üble Nachrede und Hassreden. Workshops, Diskussionsrunden, ein gemeinsames Mittagessen und ein Ausflug in die Wiener Innenstadt rundeten das Programm des Jugendtreffens ab.

Quelle: kathpress

"Migration ist eine biblische Ur-Erfahrung"

Wiener Pastoraltheologin in Wiener rumänisch-orthodoxen Kirche St. Andreas: Migration zwinge die "Einheimischen" dazu, sich mit Begriff Heimat "neu zu beschäftigen" - Migranten seien "Spiegel und Fenster" für "Einheimischen"
Migration ist eine biblische Ur-Erfahrung aus der auch die Schlüsseltexte der Heiligen Schrift entstanden sind. Das hat die Pastoraltheologin Regina Polak bei einer Veranstaltung zum Thema "Heimat und Migration" in Wien betont. Migration zwinge die "Einheimischen" dazu, sich mit dem Begriff Heimat "neu zu beschäftigen". Denn die Migranten seien "Spiegel und Fenster" für die "Einheimischen". Die Entwicklung der vergangenen Jahrzehnte bedeute, dass jetzt "die eine Menschheit heran- wächst". Christen könnten in der Konfrontation mit dem Lebensschicksal von Migranten das Pauluswort aus dem Philipperbrief "Unsere Heimat ist im Himmel" neu entdecken. mehr…